Detlef R. Pohl, Inhaber und Pflegedienstleiter

Herr Pohl, 2011 haben Sie nach Ihrem Weggang aus dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein einen ambulanten Pflegedienst mitgegründet. Warum sollten sich Kunden für HorizontCare, Ambulante Gesundheits- und Krankenpflege Detlef R. Pohl, entscheiden? 

Um mit einer Abgrenzung zu beginnen: HorizontCare ist kein Pflegedienst unter dem Dach einer großen Organisation mit Dienst-nach-Vorschrift, sondern ein Familienbetrieb, den ich nach mehreren Jahrzehnten Erfahrung in der Pflege und Führung von zeitweise über 250 Mitarbeitern im Alter von 53 Jahren mitgegründet habe. Wer bei HorizontCare anruft, landet nicht in einer Telefonzentrale, sondern hat in der Regel mich oder meine Rufdienst-Vertretung am Apparat.

Inzwischen habe ich ein hoch motiviertes und erfahrenes Team aufgestellt, das durch seine Freundlichkeit und seine Qualifikation überzeugt. Die Entscheidung einen Pflegedienst zu beauftragen, ist für die meisten Menschen ein großer Schritt in ihrem Leben. Daher ist es besonders wichtig, sich in guten Händen zu wissen – zwischenmenschlich ebenso wie von der Qualifikation her.

Wie qualifiziert sind Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter? 

Die Mitarbeiter, die in der Grund- und Behandlungspflege tätig sind, sind fast alle als Pflegefachkräfte ausgebildet. Dies ist in der Branche aus Kostengründen heute nicht mehr überall gängig. Inzwischen arbeiten Pflegedienste in der Grundpflege häufig mit angelernten Hilfskräften. Bei HorizontCare sind selbst examinierte 450-Euro-Fachkräfte berufserfahren und bringen wertvolles Praxiswissen aus ihren Bereichen mit in den Betrieb, z.B. aus der Notfallmedizin, der Anästhesie und der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.

Besonders gut aufgestellt ist HorizontCare beim Wundmanagement, bei der onkologischen Versorgung und bei der Betreuung von Demenzkranken. Für diese sensiblen Aufgaben sind einzelne Mitarbeiter zusätzlich qualifiziert, z.B. als Wundexperten (ICW), als Palliative-Care-Fachkräfte oder als Betreuungskräfte nach § 87b SGB XI. Darüber hinaus bieten wir an, Intensivpatienten in ihrem Zuhause zu pflegen.

Eine Besonderheit von HorizontCare ist auch, dass Dienstfahrzeuge nicht mit schriller Werbung beschriftet sind… 

Ja, das ist richtig. Wir haben sozusagen aus der Not eine Tugend gemacht. In der Gründungsphase gab es zunächst andere Prioritäten als Klebefolien für Autos und eine einheitliche Dienstkleidung. Als wir dann immer häufiger die Rückmeldung erhielten, dass dieses diskrete Auftreten in der Öffentlichkeit sehr geschätzt wird, sind wir dabei geblieben. Während bei anderen Pflegediensten auffällige Fahrzeuge vor der Tür parken, aus denen weiß oder bunt gekleidete Mitarbeiter steigen, fährt bei uns ein neutrales Auto vor. Für Außenstehende könnte es auch ein Familienbesuch sein. Nicht jeder Nachbar muss mitbekommen, dass Herr Müller jetzt Besuch vom Pflegedienst bekommt.

Die Pflege von Menschen erfolgt heute im Minutentakt. Wie gehen Sie damit um? 

Für das Betten und Lagern sehen die Kassen 7 Minuten vor, das Waschen „darf“ nicht länger als 30 Minuten dauern. Aber jeder Patient ist individuell. Und nicht alles lässt sich messen. Manchmal ist ein gutes Wort wichtiger als alles andere. Wenn mehr Zeit erforderlich ist, können meine Mitarbeiter das selbst einschätzen. Es ist niemandem geholfen, wenn der Chef mental mit der Uhr daneben steht oder Mitarbeiter sich rechtfertigen müssen, weshalb die Tour heute etwas länger dauerte.

Besonders wichtig ist mir, dass ich als Führungskraft diesen systembedingten Zeitdruck nicht noch verstärke. Wenn man gebeten wird, noch einen Kaffee aufzusetzen, mal die Waschmaschine anzustellen oder beim nächsten Besuch eine Zeitschrift mitzubringen, ist das für uns Service. Dennoch müssen auch wir betriebswirtschaftlich denken. In diesem vorgegebenen System eine gesunde Balance zu finden, ist eine tägliche Herausforderung für alle Pflegedienste. Wie man dann damit in der Praxis umgeht, macht den Unterschied.

Die Gleichung ist einfach: zufriedene und kompetente Mitarbeiter führen zu zufriedenen Kunden. Wie stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeiter zufrieden sind? 

Zum einen vertraue ich meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr. Wir haben eine sehr offene, konstruktive und dialogorientierte Zusammenarbeit, die von vielen Freiheiten geprägt ist. Auch in meiner Zeit vor der Selbstständigkeit als Pflegedienstleitung im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein habe ich darauf immer sehr viel Wert gelegt. Zum anderen versuche ich, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Patienten und Mitarbeitern miteinander in Einklang zu bringen. Hinzu kommt, dass fest angestellte Mitarbeiter bei uns Weihnachtszuwendungen und Urlaubsgeld erhalten. Beides ist heute eher nicht mehr üblich. Der Krankenstand bei HorizontCare ist sehr niedrig, was ich als gutes Zeichen werte.